Obstfest im Gartenmarkt

12., 13. und 14. Oktober 2012
(Sonntag, 14.10.2012 von 10.00 bis 13.00 Uhr)
Obstfest mit Obstverkostung & mehr

Warum Obst, Rosen und andere wurzelnackten Laubgehölze aus dem Freiland erst jetzt gepflanzt werden:

Obstbaum-, Rosen- und Laubpflanzungen sind wurzelnackt aus dem Freiland traditionell und aus vegetativem gutem Grund erst ab Oktober möglich:
– Das Holz ist mit Laubfall ausgereift.
– Die Pflanze hat sich auf niedrigen Stoffwechsel (Verdunstung) im Winter eingestellt.
– Konzentration liegt somit ausschließlich auf der Wurzelbildung.
– Geringer Stress für die Pflanze beim Verpflanzen im Herbst/Winter, da sie das Laub nicht mehr versorgen muss.
– Durch die niedrigen Temperaturen im Winter reicht meist die zur Verfügung stehende Feuchtigkeit aus – wenig zusätzlicher Giessaufwand.

Säulenäpfel

Mit den Säulenäpfeln ist eine neue Wuchsform auf dem Markt, die den immer kleiner werdenden Gärten Rechnung trägt. Selbst auf Balkon und Terrasse fühlen sich diese Obstgehölze wohl. Mit ihrem schlanken Wuchs benötigen sie nur wenig Platz und sind leicht im Topf zu halten und kultivieren.

Wichtig ist, dass die Veredlungsstelle über dem Boden bleibt. Der oberirdische Teil ist sehr frosthart, die Wurzeln vertragen allerdings keine tieferen Temperaturen. Deshalb sollte vor dem ersten Frost eine Manschette aus Jute, Schilf oder Noppenfolie um den Topf gelegt werden. Anfang April kann der Winterschutz entfernt werden. Mit einer mineralischen Grunddüngung mit einer Wirkungsdauer von drei bis sechs Monaten (Langzeitdünger 3M oder 6M) erhält die Pflanze ausreichend Nährstoffe.

Die neuen Züchtungen, es handelt sich hierbei ausschließlich um Lizenzsorten, bestechen mittlerweile durch ihren Geschmack und ihre Toleranz gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Gerade im Privatgarten werden diese Säulenäpfel dem Hobbygärtner viel Freude bereiten.

Sorten sind zum Beispiel:

Arbat saftig, säurebetont, ausgewogen; September bis November
Bolero hellgrüne goldgelbe Frucht, saftig, hohe Erträge
Golden Gate fest angenehme feinsäuerliche Frucht, hohen Ertrag; Sept.-Oktober
Rondo grüngelbe, sehr saftige knackige säuerlich süße Frucht; Okt-Febr.
Rhapsodie cremeweiß, mittelfest, saftig, wohlschmeckend; Sept.- Dez.
Sonate grüngelb sehr saftig angenehme Frucht; Sept.-Dez.

Befruchtungsverhältnisse und Veredelungsunterlagen von Obstsorten:

Äpfel:

Alle Äpfel sind selbstunfruchtbar, d. h. sie sind auf Bestäubung durch Fremdsorten angewiesen. Nicht jede Sorte ist ein guter Pollenspender!

Ungeeignete (schlechte) Pollenspender sind z.B.:
Roter Boskoop, Gravensteiner, Jakob Lebel, Jonagold

Geeignete (sehr gute) Pollenspender sind z. B.:
Alkmene, Carola, Cox Orange, James Grieve, Gelber Köstlicher, Ontario uvm.

Ursprünglich wurden die Sorten auf Sämlinge, die aus Apfelkernen gezogen wurden, veredelt. Solche Bäume bekommen ein umfangreiches Wurzelwachstum, eine ausladende Krone, hohes Alter und hohe Fruchterträge, die allerdings erst nach ca. 7 Jahren einsetzen.
Diese Sämlingsunterlagen sind geeignet für Hoch- und Halbstämme.

Es gibt aber auch Zwergunterlagen (kleinwüchsige), die für die Kleingärten von Bedeutung sind, wie z. B.:
M 27 – schwachwachsende Unterlage
M 9 – nur für allerbeste Böden
M 26 – Stützpfahl erforderlich
Pi 80 – gezüchtet in Pillnitz, für mittlere Böden, hohe Erträge,
pilzresistent, benötigt Stützpfahl
MM 106 – schwachwachsend, für mittlere Böden, lockerer
Kronenaufbau, Ertragsbeginn ab 3. Standjahr, kein Stützpfahl
notwendig, für unsere hiesige Böden am geeigneten

Es gibt folgende Stammformen:
Spindelbusch. Stamm 40 – 60 cm Baum ca. 3 – 5 m werdend
Niederstamm: Stamm 80 – 100 cm Baum ca. 3 – 5 m werdend
Halbstamm: Stamm 100 – 120 cm Baum ca. 5 m werdend
Hochstamm: Stamm 160- 180 cm Baum ca. 7 m werdend

Pflanzabstände der einzelnen Stammformen:

Spindelbusch und Niederstamm werden mit ca. 2 – 2,50 m gepflanzt.
Halbstamm und Hochstamm werden mit ca. 8 – 10 m gepflanzt.

Birnen

Hier sind die Befruchtersortenverhältnisse ähnlich wie bei den Äpfeln, allerdings sind die meisten Sorten gute Pollenspender.

Schlechte Pollenspender sind z. B.:
Alexander Lucas,
Gute Graue,
Pastorenbirne

Halb- und Hochstämme werden auf Birnensämlinge veredelt. Als schwachwachsende Unterlage wird hier „Quitta A“ verwendet. Da manche Sorten eine Unverträglichkeit zeigen, setzt man als Zwischenveredelung die „Gellerts Butterbirne“ ein und veredelt erst darauf dann die gewünschte Sorte. Die Lebensdauer der Bäume beträgt ungefähr zw. 15 und 25 Jahren.

Dabei spielen der Standort, die Bodenverhältnisse und die klimatischen jährlichen Bedingungen eine entscheidende Rolle.

Stammformen von Birnen und deren Pflanzabstände:
Spindelbusch: ca. 4 – 5 m hoch werdend; 2,50 bis 3,00 m Abstand
Niederstamm: ca. 4 – 5 m hoch werdend; 2,50 bis 3,00 m Abstand
Halbstamm: ca. 7 m hoch werdend; 6,00 m Abstand
Hochstamm: ca. 10 m hoch werdend; 8,00 m Abstand